Der gregorianische Choral

 

Der Gregorianische Choral ist ein Sammelbegriff für die einstimmige, vokale musikalische Ausdrucksweise liturgischer Texte in lateinischer Sprache innerhalb des katholischen Gottesdienstes. Durch die Einstimmigkeit des Gesanges erfährt der Text mit seinen Silben und Wörtern eine rhythmische Gestaltung.

 

Die vertonten Texte sind der Heiligen Schrift entnommen, hauptsächlich aus dem Buch der Psalmen (Psalter), oder sind Hymnen und alte Lieder. Das Buch der Psalmen besteht aus 150 Psalmen und wurde von den Christen von Anfang an als Gebets- und Gesangbuch von der jüdischen Tradition übernommen. Die Psalmen entstanden zwischen 1000 und 200 v.Chr., sie wurden gesammelt, redigiert und zu einem komplexen Buch komponiert. Die verschiedenen Gattungen der Psalmen (Dankpsalm, Lobpsalm, Klagepsalm, Bittpsalm, Fluchpsalm) bringen die ganze Palette menschlicher Erfahrungen mit ihrem Gott, mit der Welt und untereinander zum Ausdruck. Schon in frühchristlicher Zeit begann man, die Psalmen aus der Perspektive der christlichen Heilsgeschichte zu verstehen und zu beten.

 

Der Gregorianische Choral ist somit erklingendes Wort der Heiligen Schrift, das nicht gelesen sondern durch Melodienbildung vertont und damit betont wird.

 

Das Zweite Vatikanische Konzil räumt dem Gregorianischen Gesang als liturgische Handlung eine vorrangige Bedeutung ein (vgl. SC 116).

 

Die heute verwendeten Gesänge sind im Wesentlichen im fränkischen Raum des 8. und 9. Jahrhunderts entstanden. Hierbei wurde Material des altrömischen Chorals zur Zeit Gregors des Großen, also aus dem 6. und 7. Jahrhundert, eingebaut.

 

Zunächst wurden die Gesänge nur mündlich weitergegeben. Ab dem 10. Jahrhundert beginnt die schriftliche Fixierung mittels eigener Schriftzeichen, den Neumen. Die älteste vollständig erhaltene Handschrift ist das Cantatorium aus St. Gallen, das um 925 n.Chr. entstanden ist und sich heute als Codex 359 in der Stiftsbibliothek St. Gallen befindet.

 

Im Kloster Muri-Gries wird der Gregorianische Choral seit der Zeit des Abtes Alfons Maria Augner (Regierungszeit: 1913-1938) mit großer Sorgfalt gepflegt und zwar sowohl in der Eucharistiefeier als auch im Stundengebet (Tageszeitenliturgie). Beim täglichen Konventamt werden die lateinischen Gesänge aus dem Graduale Triplex (19749 bzw. Graduale Novum (2010) gesungen. Im Stundengebet verwenden wir die deutschen syllabischen Antiphonen, Responsorien und Hymnen aus dem Benediktinischen Antiphonale der Abtei Münsterschwarzach (1996).

 

Die Schola Griesensis wurde anlässlich einer Teilnahme beim Musikfestival Kyburgiade in Winterthur (Schweiz) im Jahre 1995 gegründet.

 

Unter der Leitung von Fr. Arno Hagmann OSB singt die Choralschola einmal im Monat beim Konventamt der Benediktinerabtei Muri-Gries. Auch auswärts werden Gottesdienste mitgestaltet.

 

An folgenden Sonntagen singt die Choralschola im
Gottesdienst um 8 Uhr in der Stiftspfarrkirche:

- 22. Februar

- 22. März

- 10. Mai

- 21. Juni

 

Choralscola Griesensis unter der Leitung von Fr. Arno Hagmann

Choralscola Griesensis

Video-Mitschnitt aus dem Gesang der Choralscola Griesensis anlässlich der Feier der Ewigen Profess von Fr. Ulrich Kössler.

Convento Muri - Gries Piazza Gries 21, I-39100 Bolzano, (+39) 0471 28 11 16, info@muri-gries.it           Privacy             Colofono